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Lederjacke reinigen und pflegen

Kurz: Leder wird nicht gewaschen. Alltagsschmutz entfernst Du selbst mit Bürste, Tuch und Lederpflege; alles Großflächige, Fett, Geruch und das Futter gehören in die Lederreinigung — einen Fachbetrieb, der zwei bis vier Wochen braucht und das Leder danach nachfettet. Wildleder braucht andere Mittel als Glattleder; Wasser und Hitze ruinieren beides.

Welches Leder ist es?

Bevor Du irgendetwas machst: Glattleder oder Rauleder? Glattleder (Nappa, Rindleder, Lammnappa) hat eine geschlossene, oft leicht glänzende Oberfläche und verträgt ein feuchtes Tuch. Rauleder — Wildleder, Velours, Nubuk — hat einen samtigen Flor, saugt Feuchtigkeit sofort auf und bekommt von Wasser Flecken und verklebte Stellen. Dazu kommen Lammfell (Leder außen, Fell innen) und Kunstleder, das gar kein Leder ist und meist gewaschen werden darf, aber kein Lösemittel verträgt. Das Etikett hilft: Ein durchgestrichener Waschbottich plus Kreis mit P oder F (siehe Waschsymbole erklärt) ist typisch für echtes Leder, oft steht dort aber schlicht „Lederreinigung".

Selbst machen: Glattleder

  1. Staub und lose Verschmutzung mit einer weichen Bürste oder einem trockenen Baumwolltuch abnehmen. Nähte und Taschenkanten nicht vergessen.
  2. Oberflächlicher Schmutz mit einem nebelfeuchten Tuch und lauwarmem Wasser abwischen — nicht nass, nicht reiben, keine Seife. An einer verdeckten Stelle testen, ob das Leder dunkel bleibt oder wieder aufhellt.
  3. Trocknen an der Luft, auf einem breiten Bügel, ohne Heizung, ohne Sonne, ohne Föhn. Hitze macht Leder hart und brüchig.
  4. Pflegen mit Lederbalsam oder Ledermilch für Glattleder, dünn mit einem Tuch einmassiert, überschüssiges Fett abnehmen. Ein- bis zweimal im Jahr reicht; zu viel Fett verstopft die Poren und zieht Schmutz an.
  5. Imprägnieren mit einem Spray für Glattleder, wenn die Jacke Regen aushalten soll — aus Abstand, gleichmäßig, im Freien.

Selbst machen: Wildleder und Nubuk

  1. Trocken bürsten mit einer Kreppbürste oder Wildlederbürste, immer in eine Richtung, um den Flor aufzurichten.
  2. Glänzende, verklebte Stellen (Kragen, Bündchen) mit einem Wildlederradierer oder feinem Schleifschwamm vorsichtig aufrauen.
  3. Frische Fettflecken mit Speisestärke oder Talkum abdecken, über Nacht liegen lassen, ausbürsten. Mehrmals wiederholen.
  4. Wasserflecken lassen sich oft nur beseitigen, indem man das ganze Teil gleichmäßig leicht anfeuchtet (Sprühnebel) und im Schatten trocknen lässt — das ist ein Fall für Mutige oder für den Fachbetrieb.
  5. Imprägnieren mit einem Spray für Rauleder — bei Wildleder wichtiger als bei Glattleder, weil es jeden Tropfen aufsaugt.

Was Leder ruiniert

Wann die Lederreinigung dran ist

In die Lederreinigung gehört die Jacke, wenn Hausmittel nicht mehr reichen oder zu riskant sind: bei großflächigem Schmutz, alten Fettflecken, Rauch- oder Kellergeruch, fleckigem Futter, nach einem Regenguss mit Rändern, oder wenn das Leder stumpf und fleckig geworden ist und die Farbe aufgefrischt werden soll. Auch ein neues Innenfutter oder ein Reißverschluss werden dort mit erledigt.

Wichtig zu wissen: Die meisten Textilreinigungen reinigen Leder nicht selbst. Sie nehmen es an und geben es an einen spezialisierten Lederreinigungsbetrieb weiter — davon gibt es bundesweit nur wenige Dutzend. Das ist kein Nachteil, erklärt aber die Laufzeit von zwei bis vier Wochen. Betriebe in unserem Verzeichnis, die Lederreinigung ausdrücklich nennen, tragen das Merkmal „Leder" auf ihrer Kachel — es sind wenige, weil es kaum jemand auf die Karte schreibt. Frag in der Reinigung in Deiner Nähe, ob im Haus oder extern gereinigt wird und wie lange es dauert.

Das Verfahren selbst: Das Leder wird in einer eigenen Maschine mit Lösemittel und rückfettenden Zusätzen gereinigt, danach nachgefettet, bei Bedarf nachgefärbt oder mit einer Finish-Schicht versehen, und Wildleder wird wieder aufgeraut. Ein seriöser Betrieb sagt vorher, dass Leder in der Reinigung leicht an Farbe und Glanz verlieren oder minimal einlaufen kann — das ist kein Pfusch, sondern Material. Und er fragt nach: Beschichtetes Leder, Kunstleder, Leder mit Stoffbesatz und bedrucktes Leder sind die heikelsten Fälle.

Preise

Die Lederreinigung ist aufwendiger als eine Textilreinigung und entsprechend teurer; Fell, lange Mäntel, Nachfärben und Futterwechsel kosten extra. Weil Preise von Betrieb zu Betrieb stark schwanken, führen wir keine — lass Dir einen Festpreis nennen, bevor die Jacke auf Reisen geht.

Häufige Fragen

Kann eine Lederjacke in die Waschmaschine?
Nein. Wasser, Waschmittel und Mechanik lösen das Fett aus dem Leder, es wird hart, verzieht sich und verliert Farbe; Futter und Leder laufen unterschiedlich ein. Auch Handwäsche im Waschbecken ist keine Lösung. Echtes Leder wird von Hand gepflegt oder in der Lederreinigung behandelt.
Was macht eine Lederreinigung anders als eine normale Reinigung?
Sie reinigt in einem eigenen Verfahren mit rückfettenden Zusätzen, fettet das Leder anschließend nach, frischt bei Bedarf die Farbe auf und behandelt Glattleder und Wildleder verschieden. Normale Reinigungen nehmen Leder an, schicken es aber an einen solchen Fachbetrieb — deshalb dauert es zwei bis vier Wochen.
Wie oft sollte eine Lederjacke gereinigt werden?
Selten. Bei normalem Tragen reichen Bürsten, gelegentliches Abwischen und ein- bis zweimal im Jahr Lederpflege. In die Lederreinigung gehört sie bei großflächigem Schmutz, Fettflecken, hartnäckigem Geruch oder wenn das Futter gereinigt werden muss — alle paar Jahre, nicht jede Saison.
Wie bekomme ich Fettflecken aus Wildleder?
Frisch: etwas Speisestärke oder Talkum aufstreuen, einige Stunden liegen lassen, abbürsten. Danach mit Wildlederradierer oder Kreppbürste den Flor aufrauen. Ältere, tiefe Fettflecken bekommt nur der Fachbetrieb heraus — nicht mit Spülmittel oder Fleckenspray versuchen, das gibt Ränder.
Was hilft gegen Rauchgeruch in einer Lederjacke?
Mehrere Tage an der frischen Luft im Schatten lüften, Futter mit einem leicht feuchten Tuch abwischen. Wenn das nicht reicht, gehört die Jacke in die Lederreinigung — Geruch sitzt im Fett des Leders und geht mit Hausmitteln nicht heraus. Keine Duftsprays, sie ziehen ins Leder ein.

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Veröffentlicht am 4. September 2026. Dieser Text ersetzt keine Beratung durch den Betrieb; verbindlich ist immer das Pflegeetikett.