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Chemische Reinigung: Was ist das und wie geht das?

Kurz: Chemische Reinigung heißt, Kleidung mit einem flüssigen Lösemittel statt mit Wasser zu reinigen. Das Lösemittel nimmt Fett und Schmutz auf, ohne dass die Fasern aufquellen — deshalb laufen Wolle, Seide und Anzüge darin nicht ein. Ob ein Teil dafür geeignet ist, verrät der Kreis auf dem Pflegeetikett.

Warum ohne Wasser?

Wasser ist ein hervorragendes Reinigungsmittel, aber es verändert viele Fasern. Wolle quillt auf und verfilzt bei Bewegung und Wärme, Seide verliert Glanz und bekommt Wasserflecken, Viskose wird nass schwach und verzieht sich. Ein Sakko besteht zudem aus mehreren Lagen — Oberstoff, Einlagen, Futter —, die bei Wasser unterschiedlich einlaufen. Das Ergebnis ist ein Teil, das nie wieder richtig sitzt.

Ein Lösemittel löst dagegen genau die Verschmutzungen, die an Kleidung am häufigsten sind: Hautfett, Öl, Make-up, Essensflecken mit Fettanteil. Und es lässt die Faser in Ruhe. Darum heißt die chemische Reinigung auch Trockenreinigung — nicht weil nichts nass wird, sondern weil kein Wasser im Spiel ist.

So läuft eine chemische Reinigung ab

  1. Annahme und Prüfung. Die Reinigung liest das Etikett, prüft Taschen, markiert Flecken und fragt, was es war. Knöpfe und Verzierungen, die das Lösemittel nicht vertragen, werden abgedeckt oder abgenommen.
  2. Vordetachur. Flecken werden einzeln vorbehandelt, je nach Art mit eigenen Mitteln. Wasserlösliche Flecken wie Zucker, Saft oder Schweiß löst das Lösemittel allein nämlich kaum.
  3. Reinigung in der Maschine. Die Kleidung dreht sich in einer geschlossenen Maschine im Lösemittel, ähnlich wie in einer Waschmaschine, nur langsamer.
  4. Trocknen in derselben Maschine. Das Lösemittel wird verdampft, aufgefangen, destilliert und wiederverwendet. Nichts davon soll an die Luft oder in die Kleidung.
  5. Nachdetachur und Finish. Restflecken werden nachbehandelt, dann wird das Teil mit Dampf, Bügelpuppe oder Presse in Form gebracht.

Welche Lösemittel und was P, F und W bedeuten

In deutschen Reinigungen sind zwei Gruppen von Lösemitteln üblich: Perchlorethylen (kurz Per oder PER), lange der Standard, und Kohlenwasserstoffe (KWL), die milder reinigen und für empfindliche Teile verwendet werden. Daneben gibt es die professionelle Nassreinigung: gewerbliches Waschen mit Wasser, aber mit Spezialmitteln, Steuerung und Finish, die Wolle und Anzüge schonen sollen.

Das Etikett sagt, was erlaubt ist. Ein P im Kreis steht für die übliche Reinigung, ein F nur für Kohlenwasserstoff, ein W für Nassreinigung. Ein Strich unter dem Kreis bedeutet „schonend", ein durchgestrichener Kreis „nicht chemisch reinigen". Alle Zeichen im Überblick stehen in Waschsymbole erklärt.

Was in die chemische Reinigung gehört

Nicht in die chemische Reinigung gehören Teile mit durchgestrichenem Kreis, viele Kunstleder und beschichtete Stoffe, manche Drucke und geklebte Applikationen. Normale Baumwollhemden werden in der Reinigung in der Regel ohnehin gewaschen, nicht chemisch gereinigt.

Und die Umwelt?

Lösemittel in Reinigungen werden in geschlossenen Kreisläufen geführt und zurückgewonnen; die Anlagen unterliegen in Deutschland strengen Vorschriften und werden überwacht. Wer bewusst auswählen will, kann fragen, mit welchem Verfahren der Betrieb arbeitet und ob er Nassreinigung anbietet. Das ist eine legitime Frage, die eine gute Reinigung gern beantwortet.

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Häufige Fragen

Was ist eine chemische Reinigung?
Eine Reinigung, die Kleidung nicht mit Wasser, sondern mit einem flüssigen Lösemittel säubert. Das Lösemittel löst Fett, Öl und viele Flecken, ohne dass die Fasern aufquellen. Deshalb laufen Wolle, Seide und gefütterte Teile darin nicht ein und verziehen sich nicht. Der Name ist irreführend: Die Kleidung wird genauso nass, nur eben nicht von Wasser.
Welches Zeichen steht für chemische Reinigung?
Ein Kreis auf dem Pflegeetikett. Ein P im Kreis erlaubt die übliche Reinigung mit Perchlorethylen oder Kohlenwasserstoff, ein F nur mit Kohlenwasserstoff, ein W steht für professionelle Nassreinigung. Ein durchgestrichener Kreis heißt: nicht chemisch reinigen.
Kann man chemische Reinigung selber machen?
Nicht im eigentlichen Sinn. Die Lösemittel brauchen geschlossene Maschinen mit Rückgewinnung und gehören nicht in den Haushalt. Es gibt Trockenreinigungs-Sets für den Trockner, die vor allem auffrischen und Geruch nehmen. Sie ersetzen keine Reinigung, wenn Flecken drin sind oder das Etikett ein P oder F verlangt.
Riecht Kleidung nach der Reinigung nach Chemie?
Sie sollte es nicht. Ein deutlicher Lösemittelgeruch deutet darauf hin, dass das Teil nicht vollständig getrocknet wurde. Bring es zurück und sprich es an. Ein leichter neutraler Geruch nach dem Finish ist normal und verfliegt beim Auslüften.
Ist die chemische Reinigung schädlich für Kleidung?
Nicht für Teile, deren Etikett sie erlaubt — im Gegenteil, für Wolle, Seide oder Anzüge ist sie die schonendere Wahl. Problematisch ist sie für Materialien, die das Lösemittel nicht vertragen, etwa bestimmte Beschichtungen, Kunstleder oder geklebte Pailletten. Deshalb fragt eine gute Reinigung nach und liest das Etikett.

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Veröffentlicht am 6. Oktober 2026. Dieser Text ersetzt keine Beratung durch den Betrieb; verbindlich ist immer das Pflegeetikett.